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Hotel am Waldrand

Nicht von der Stange.

über die Entstehung des Hauses am Waldrand
aus Binggi´s Buch "Fegefeuer"

Es kommt mir so vor - als wenn ich noch bei Lebzeiten meinen eigenen Nachruf schreiben darf.

Da mich meine Einnahmen wenig Interessierten, Farben und Formen aber dafür sehr, wurde meine "Ausgabenquelle" mein Geschäft wunderschön und aus einem Guss.

Hässliche Gegenstände oder solche die nicht hierher passen, werden sofort weggeworfen oder weitergegeben.

Die Häuser sind mit echten bündner Antiquitäten ausgestattet, die ich mit einem VW Käfer sammelte und meistens selbst transportierte - ein Gestell auf dem Dach und eins hinten drauf - einen Sitz noch drinnen - meinen Sitz.

Als der VW durchgehängt war und nur noch mit dem Bauch auf dem Boden schleifte, war der einzige Sitz noch aus Stroh, als ich mich dann von ihm trennte, dem VW.

Ich habe die die Antiquitäten immer selbst aufgebunden mit Seilen oder Gummispinnen - wie ein Wunder ist mir nie ein Unglück passiert auf den Pässen in der Vor- und Nachsaison.

Ich sammelte nie bei Bauern, immer nur bei Händlern und Zigeunern. Ich marktete auch nicht - es war JA oder NEIN. Sie wussten es.

Ich hatte klein geschnittenes Brot und Käse bei mir, da weder Zeit noch Geld da war, um in ein Restaurant zu gehen. Ich habe die schönsten Erinnerungen an meine Fahrten, natürlich immer mit meinen Hunden.

Es ist gar nicht abwegig, dass ich mit solcher Freude hochbeladen herum fuhr, da mein Grossvater schon seine sämtlichen Kinder mit Kutschen in Indien herum transportierte und die Mutter meiner Grossmutter aus Chur aus Ungarn, in Chur auf der Strasse tanzte mit ihrem Tamburin. Ach, welch` Vergnügen, welche Lust sie wohl empfunden hat, auf der Strasse zu tanzen.

1952 kam ich hier in dieses Haus "am Waldrand" an mit 45.75 Fr., ernährte mich von Hafer, Rotwein und Zigaretten, die ich im Lädchen auf Kredit kaufte.

Mit den vorhandenen Gegenständen richtete ich die Zimmer ein - mit Kochnieschen - 5.50 Fr. pro Bett und diese machte ich selbst. Ein Kredit leuchtete am Firmament, dieser brachte die Bausteine ins rollen. - sie überrollten mich fast.

Das sammeln ist der Binggi Lust - ich sammelte wild und biss mich manchmal am Steuer in die Hand, um nicht einzuschlafen. 5 Tage und 5 Nächte blieben mir Zeit, um den Neubau einzurichten - dann brach die Saison aus. Seither wird verbessert und umgebaut - es hat sogar Scheren in den Kochnieschen.

Neuerdings entsteht eine Bibliothek mit nur guten Büchern - hoffentlich werden sie nicht geklaut.

An der Binggi-Bar werden alle Dinge aufgehängt - Geschenklein - Kitschchen - Erinnerungen. Fotos werden aufgeklebt von geliebten "Kund-Freunden".

Die eigene Art meines Hotels war nicht absichtlich, sie entstand gewissermassen aus "nicht gewusst wie", aber für damalige Zeiten waren die Kochnieschen, das Apart-Hotel eine grosse Erfindung 

- nur: aus Singen, Tanzen, Rezitieren wurde noch nie eine Hotelieuse.

Jedoch, seie es wie es wolle, mit 12000 m2 Naturpark, unverbauter Aussicht und dem Besitz nicht an der Strasse, geht es meinen Gästen gut."